Während Coronalockdown besonders gefragt: die Notschlafstelle in Weinfelden – jetzt führt sie ein Verein

Seit Dienstag hat die Herberge in Weinfelden eine neue Trägerschaft. Viele Menschen nützen schon das Angebot.

Seit Anfang Jahr gibt es in Weinfelden eine Notschlafstelle. Auf eigene Initiative hatte der katholische Gemeindeleiter Armin Ruf damals eine leer stehende Wohnung direkt beim Bahnhof an der Pestalozzistrasse in Weinfelden gemietet, die Zimmer eingerichtet und angefangen, die Räume zu vermieten.

«Es vergeht keine Woche, in der nicht jemand an die Türen unserer Pfarrei klopft und ein Obdach sucht», sagte Ruf damals. «Meist geht es nur um eine Übernachtungsmöglichkeit für ein oder zwei Nächte.» Auch wenn noch keine Trägerorganisation gegründet war, nahm sich Ruf dem Problem an.

 

Notschlafstelle platzte im Lockdown aus allen Nähten

Nun ist ein Dreivierteljahr vergangen und die Notschlafstelle wurde intensivst genutzt. «Sie war die ganze Zeit übervoll mit bis zu acht Personen. Wir haben alle Räume und Betten genutzt, die es da gibt. Wegen der reduzierten Gastronomie im Thurgau fielen auch viele Alternativen weg, das haben wir gemerkt», sagt Armin Ruf.

Am Dienstag hat er mit Thomas Diethelm (Bischofszell), René Oettli (Frauenfeld), Andreas Pfiffner (Romanshorn) und Janine List (Caritas Thurgau) den Verein Kirchliche Notherberge Thurgau gegründet. «Die Vereinsgründung war wichtig, um der Institution eine Struktur zu geben.» Der Verein will Menschen in Not unkompliziert und kurzfristig ein Dach über dem Kopf und Betreuung geben.

 

St. Galler Tagblatt | Mario Testa |

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